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Keine Tiere ins Osternest!

März 2010



März 2010

Ich möchte an dieser Stelle daran erinnern, dass vom 1.4.-15.7. wieder die Anleinpflicht in Feld, Wiesen und Wald in Kraft tritt. 

Auch mir und meinen Hunden fällt diese Zeit immer schwer, aber es gibt die wunderbare Erfindung der Schleppleinen :O) und diese kommen nun wieder verstärkt zum Einsatz.

Auch kann man diese Zeit gut nutzen, um etwas mehr zu tun, als ein Stöckchen zu werfen oder den Hund im Schnee toben zu lassen. Auch an der Leine gibt es viele Möglichkeiten, den Hund zu beschäftigen - Suchspiele oder man festigt spielerisch mal wieder das ein oder andere Kommando.

Wenn Sie Interesse an gemeinsamen Spaziergängen haben, ob allein oder in der Gruppe, und/oder ein paar Ideen sammeln möchten, bitte melden Sie sich bei mir. 

Nachfolgend noch ein Artikel zur Brut- & Setzzeit von der Seite
www.dogtalk24.de/?tag=brut-und-setzzeit
auf der es auch sonst noch viel Interessantes zu lesen gibt.

mit Grüßen nach Frankfurt
Renate Fischer

Hunde im Wald anleinen

Immer wieder wird von den verschiedensten Stellen gefordert, Hunde im Wald anzuleinen.

Im Winter ist es die Ruhe des Wildes, die von den Hunden gestört wird; ab März ist dann wieder die Brut- und Setzzeit, während der die Hunde unbedingt an die Leine sollen. Wobei hier von Region zu Region genetische Unterschiede beim Wild vorhanden sein müssen, da sich die Brut- und Setzzeiten unterscheiden.

Dass Hunde, die nicht gehorchen, sich nicht im Einflussbereich des Hundehalters aufhalten und durch Wald und Unterholz stöbern, die Ruhe des Wildes stören, steht außer Frage. Allerdings sind es eben nicht Hunde an sich, sondern es sind nur die Hunde, die nicht über einen ausreichenden Gehorsam verfügen. Warum sollten also auf einmal kollektiv alle Hunde angeleint werden?

Es sind genausowenig alle Hunde kopflose Jäger, wie alle Autofahrer zu schnell fahrende Trunkenbolde oder alle Radfahrer rücksichtslos über die Bürgersteige rasende Gesellen sind - überall gibt es solche und solche. Würde in anderen Situationen wie bei Hunden bzw. den Bedingungen zu deren Haltung verfahren - längst hätten wir ein Fahrverbot für mindestens 80% der Autofahrer und einen Wesenstest für Radfahrer (über einen Sachkundenachweis für Fahrradverkäufer würde ernsthaft nachgedacht) ...

Eine panische Reaktion des Wildes mag in Gegenden zutreffen, in denen sich selten Menschen bewegen. Im Rhein-Main-Gebiet hingegen, wo täglich tausende Autos durch die überall von Straßen durchschnittenen Wälder fahren, wo im Herbst und Winter mehr Holzsammler als Hundehalter in den Wäldern unterwegs sind - die nicht auf den Wegen bleiben, wo Fahrradfahrer, Jogger, Nordic-Walker und, und, und ... die Wälder bevölkern, wo sich an jedem Wochenende eine Anzahl Menschen durch den dicht bewaldeten Taunus bewegt, die der Einwohnerzahl einer mittleren Kleinstadt zur Ehre gereichen würde, hat sich das Wild an deren Anblick und Geruch, inklusive dem der Hunde, längst gewöhnt.

Längerfristige Beobachtungen an mehreren Rotten Wildschweine im Frankfurter Stadtwald haben z.B. gezeigt, dass diese sehr wohl einschätzen können, wer sich da nähert und ob von diesen Lebewesen Gefahr ausgeht. Passieren Hunde eine im Dickicht kauernde Rotte - ein Wildschwein unterscheidet nicht zwischen einem angeleinten und einem unangeleinten Hund -, die kein Jagdverhalten zeigen und auf den Wegen bleiben, verhalten sich die Schwarzkittel zumeist ruhig und harren aus, bis die "Gefahr" vorüber ist. Das gleiche passiert bei Radfahrern, Joggern etc. Bei den verschiedenen beobachteten Wildschweinen war kein Unterschied im Verhalten festzustellen.

Selbst wenn die passierenden Lebewesen den Weg ein paar Meter in Richtung Unterholz verlassen - schließlich geht man ja Gassi (Hund und/oder Mensch) -, brechen die Tiere nicht in Hektik aus. Erst wenn man sich den Tieren nähert, flüchten Sie oder greifen an - so wie es fast alle Lebewesen machen.

Unsere Bitte:
Lassen Sie den Hunde- und Tierfreunden, die respektvoll mit Wild und Wald umgehen, ihren Frieden. Es jagen genausowenig alle Hunde kopf-, hirn- und herrenlos, nach frischem Blut lechzend durch den Wald, wie alle Jäger blutrünstige Killer sind ...

In diesem Sinne: Weiterhin viel Spaß mit Ihrem Hund!


Dezember 2009

Tierisches Silvester

Hunde + Katzen können mehr als doppelt so gut hören wie wir - stellen sie sich also das Zischen und Krachen von Raketen + Böllern mal so vor, vor allem, wenn Ihnen dann noch nicht einmal etwas an dem Tag liegt ...

Für Hunde und Katzen ist jeder Tag ein Fest, den sie mit ihrer Familie verbringen können, behütet mit Spielereien, Lekkerlies und Streicheleinheiten, denn sie leben im Augenblick. 

Da trotzdem die meisten ohne Rücksicht auf unsere Mitlebewesen sie in Angst und Schrecken versetzen, indem sie Millionen verböllern, hier wenigstens ein paar Tipps, um es vielleicht erträglicher zu machen:

→ Da es ja meist schon ein paar Tage vorher losgeht, die Hunde angeleint lassen, damit sie bei einem plötzlichen Kracher nicht panikartig ausbüchsen können.
Zuhause Fenster geschlossen halten und wenn die Knallerei losgeht kein Aufhebens davon machen.
Für geräuschempfindliche Katzen Räumlichkeiten (oder Schränke) offenhalten, die möglichst weit von der Knallerei entfernt sind. Eventuell Futter, Wasser + Katzenklo dort in die Nähe stellen. Wenn sie sich verkriecht, lassen Sie sie in Ruhe.

→ Mit ängstlichen Hunden bitte NORMAL reden. 
Was für uns Menschen schwer verständlich ist: Weil wir gerne trösten, in einem entsprechenden Tonfall zu dem Hund sprechen, ihn beschützend in den Arm nehmen und beschwichtigen wollen, ihn bemitleiden, verstärken wir die Angst des Hundes nur, weil er darin eine Bestätigung sieht, daß es sich um eine "gefährliche" Situation handelt.
Denken Sie dran: Sie sind "Rudelführer" (oder etwa nicht?) und der Rudelführer ist immer der Stärkste und das Vorbild für die anderen. Also ignorieren Sie den Krach, um dem Hund zu zeigen, daß da nix ist, wovor man Angst haben muß. Versuchen sie ihn abzulenken, spielen Sie mit ihm (Lekkerliesuchspiele z.B.) machen sie Musik an, seien Sie "Normal".

→ Wenn Sie schon sicher wissen, daß Ihr Hund oder Ihre Katze ängstlich reagiert, dann können zur Unterstützung Bachblüten gegeben werden. Und zwar Rescue-Tropfen, die auch außerhalb der Silvesterzeit zum Einsatz kommen können.
Sie machen die Tiere zugänglicher und helfen ihnen, die Angst abzulegen oder wenigstens zu entspannen.  Zu beziehen sind die Recue-Tropfen in der Apotheke (ca. 10,-). Fangen Sie schon etwa eine Woche vorher an, ca. 4 Tropfen in den Wassernapf zu geben.
Drei Tage vorher beginnen Sie, die Bachblüten 2x täglich direkt auf die Zunge zu geben. Falls das nicht möglich sein sollte, können Sie auch beim Kraulen oben am Kopf das Fell ein wenig beiseite streichen und dort die Tropfen platzieren. Eventuell leicht einmassieren. Bei Katzen wirkt es sowieso beruhigend, wenn man sie ganz sanft oben am Kopf, praktisch an der Stirn massiert. 
Notfalls können Sie die Tropfen auch mit einigen Tropfen Sahne o.ä. vermischen und verabreichen. 
Und bitte: 4 Tropfen reichen! Sollten es mal mehr werden, was aber unnötig ist, oder weniger, ist das auch nicht schlimm. Wichtig ist, daß die Tropfen streßfrei verabreicht werden.
Bei Bedarf geben Sie die Tropfen auch noch ein zwei Tage nach Silvester. 

→ Die Rescue-Tropfen ("Notfall"-, "Erste-Hilfe"-Tropfen) werden hauptsächlich bei Stress und psychischen Ausnahmesituationen und als Entspannungshilfe angewendet und sollen das emotionale Gleichgewicht stabilisieren. Sie werden oft ergänzend zu anderen Behandlungen eingesetzt. Sie sind nicht als ein Ersatz für notwendige medizinische Notfallmaßnahmen geeignet.
Achten Sie bitte darauf, die Original Bachblüten zu kaufen.
Meines Erachtens gehören die Rescue-Tropfen in jeden Haushalt, denn natürlich sind sie auch für uns Menschen gut und es gibt immer mal wieder Einsatzmöglichkeiten.

Gerne berate ich Sie ausführlicher, nicht nur zur Silvesterzeit.


November 2009

Suchen Sie einen zuckersüßen Welpen? Dann lesen Sie doch mal hier:

Dies ist die Geschichte von Lea, einem Hund, der von illegalen Hundehändlern stammt. Hunde von Züchtern kosten zwischen 600-1500 Euro. Wenn Sie Ihren Hund bei Hundehändlern oder Schwarzzüchtern kaufen, bezahlen Sie nur 200-500 Euro. Doch die Folgekosten sind viel höher als der Preis eines Welpen, den Sie bei einem guten Züchter kaufen.

Ich weiß nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin. Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns. Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell, aber Sie war oft krank und sehr dünn. Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern. Die meisten von ihnen waren plötzlich gestorben. Als sie mich von meiner Mutter wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst und war so traurig. Meine Milchzähne waren kaum durchgestoßen und ich hätte meine Mama doch noch so sehr gebraucht. Arme Mama, es ging ihr so schlecht. Die Menschen sagten, das sie jetzt endlich Geld wollten und das, das Geschrei meiner Schwester und mir Ihnen auf die Nerven gingen. So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht. Wir kuschelten uns aneinander und fühlten wie wir beide zitterten, ohnmächtig vor Angst. Niemand kam, um uns zu trösten. All diese seltsamen Geräusche und erst noch die Gerüche - wir sind in einem PETSHOP, einem Laden, wo es viele Tiere gibt.

Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen. Wir hörten auch das Wimmern von anderen Welpen. Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig. Manchmal kommen Menschen, um uns anzuschauen, oft ganz kleine Menschen, die sehr fröhlich aussehen, als wollten sie mit uns spielen. Tag um Tag verbringen wir in unserem kleinen Käfig. Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch, um uns zu begutachten. Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh. Oft hören wir sie sagen Oh, sind die süß, ich will eines, aber dann gehen die Leute wieder fort. Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben. Ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell gelegt und gespürt, wie das Leben aus dem dünnen Körperchen gewichen ist. Als sie sie am Morgen aus dem Käfig nehmen, sagen sie, sie sei krank gewesen, und ich sollte verbilligt abgegeben werden, damit ich bald wegkomme. Niemand beachtet mein leises Weinen, als mein kleines Schwesterchen weggeworfen wird. Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft! Jetzt wird alles gut! Es sind sehr nette Leute, die sich tatsächlich für MICH entschieden haben. Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf dabei und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Armen. Ihr Vater und ihre Mutter sagen, ich sei ein ganz süßes und braves Hündchen. Ich heiße jetzt Lea. Ich darf meine neue Familie sogar abschlabbern, das ist wunderbar. Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht, passen gut auf mich auf, geben mir herrliches Essen und viel, viel Liebe. Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und nichts ist schöner, als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.

Erster Besuch beim Tierarzt. Es war ein seltsamer Ort, mir schauderte. Ich bekam einige Spritzen. Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und sagte, es wäre o.k. Dann entspannte ich mich. Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen, sie sahen ganz bestürzt aus. Ich hörte etwas von schweren Mängeln und von Dysplasie E und von Herz zwei. Er sprach von wilden Züchtern und dass meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien. Ich habe nichts von alldem begriffen, aber es war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen.

Jetzt bin ich 6 Monate alt. Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark, aber mir tut jede Bewegung schrecklich weh. Die Schmerzen gehen nie weg. Außerdem kriege ich gleich Atemnot, wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will. Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht. Vater und Mutter sprechen über mich. Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen. In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hieß es genetisch und nichts zu machen. Ich möchte draußen in der warmen Sonne mit meiner Familie spielen, möchte rennen und hüpfen. Es geht nicht. Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je. Ich konnte nicht einmal aufstehen, um zu trinken, und nur noch schreien vor Schmerzen. Sie tragen mich ins Auto. Alle weinen. Sie sind so seltsam, was ist los? War ich böse? Sind sie am Ende böse auf mich? Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich. Ach, wenn nur diese Schmerzen aufhörten! Ich kann nicht mal die Tränen vom Gesicht des kleinen Mädchen ablecken, aber wenigstens erreiche ich ihre Hand. Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst. Die Menschen weinen in mein Fell, ich fühle, wie sehr sie mich lieben. Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu lecken. Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr freundlich, und ich empfinde etwas weniger Schmerzen. Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich......Gott sei Dank, der Schmerz geht zurück. Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit. Ein Traum, ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer großen grünen Wiese. Sie rufen mir zu, dass es dort keine Schmerzen gibt, nur Frieden und Glück.

So sage ich meiner Menschenfamilie Auf Wiedersehen auf die einzige mir mögliche Weise: mit einem sanften Wedeln und einem kleinem Schnuffeln. Viele Jahre wollte ich mit Euch verbringen, es hat nicht sein sollen. Stattdessen habe ich Euch so viel Kummer gemacht. Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware.

LEA

1999 J. Ellis - bewilligte Übersetzung von E. Wittwer.
Dieser Text kann und soll weiter verbreitet werden, damit sich all die Leute Gedanken machen, die einen billigen Hund erwerben wollen.

Und zu weiteren wichtigen Infos hier die sehr engagierte und informative Seite von Kathrin Hansen:
www.hinsehen-statt-wegschauen.de/

Lesen Sie zum selben Thema auch folgende interessante Artikel auf vierpfoten.de:
www.vierpfoten.de/...
Wie Sie einen wirklich guten Züchter finden oder wie Sie unseriöse Händler erkennen (was nicht einfach ist), darüber würde ich Sie gerne vor dem Welpenkauf beraten - bitte sprechen Sie mich an.


Juli 2009

Neue Hundeverordnung geplant

Nach der Sommerpause wird über eine Änderung des Niedersächsischen Hundegesetzes beraten.

So hat z.B. die SPD einen Antrag eingebracht, nach dem u. a.

- eine neue Rasseliste eingeführt werden soll

- ALLE Hunde über 20 kg/40 cm generell Leinen- und Maulkorbzwang unterliegen sollen.
Dieses kann nur durch eine Art Eignungstest (Wesenstest?) umgangen werden.

Zur Verdeutlichung der 20 kg/40 cm-Regelung:

Das heißt: DASS DIESE, und zwar ALLE diese HUNDE, egal ob auffällig oder nicht, Leinen und Maulkorbzwang unterliegen, bis zum Bestehen des Eignungstests!

Bitte informieren Sie sich ausführlich:

www.hundelobby-seevetal.de/Leine1.htm

www.tierische-engel.de

Maulkorb-Button

Hunde-Lobby protestiert gegen Verschärfung

des Hundegesetzes in Niedersachsen


Am 10. Juni 2009 hat der Fraktionsvorsitzende der SPD im Niedersächsischen Landtag, Wolfgang Jüttner, einen Antrag auf Verschärfung des Niedersächsischen Hundegesetzes (NHundG) eingebracht.

Gegen die Forderungen, zukünftig bestimmte Rassen und alle Hunde, die schwerer als 20 Kilogramm und größer als 40 Zentimeter sind, mit einem generellen Maulkorb- und Leinenzwang zu belegen, hat die Hunde-Lobby schriftlich Protest beim Ministerpräsidenten Christian Wulff, beim stellvertretenden Ministerpräsidenten Dr. Philipp Rösler, beim zuständigen Minister Hans-Heinrich Ehlen sowie dem Fraktionschef der SPD, Wolfgang Jüttner, eingelegt.

Die Hunde-Lobby hat dabei deutlich gemacht, dass in Niedersachsen kein Gesetzesdefizit, sondern allenfalls ein Vollzugsdefizit besteht. Das derzeit gültige NHundG versetzt die zuständigen Stellen adäquat in die Lage, auf die tatsächliche Gefährdung durch Hunde einzugehen, so dass es keiner Änderung, sondern lediglich einer konsequenten Umsetzung des Gesetzes bedarf.

Fachleute, Kynologen und Tierärzte haben in der seit Jahren geführten Diskussion über Sinn und Unsinn von Rasselisten immer wieder deutlich gemacht, dass die tatsächliche Gefährlichkeit eines Hundes weder von seiner Rasse noch von seiner Größe abhängt, sondern einzig und allein von seiner Prägung, Erziehung und Haltung. Eine tatsächliche Gefährdung geht allein von verantwortungslosen Haltern aus.

Dieser Einschätzung ist Niedersachsen seinerzeit gefolgt und hat die für die Gefahrenprävention untauglichen Rasselisten abgeschafft. Im Interesse der Gefahrenabwehr und der Vorschriften des Bundestierschutzgesetzes und der Tierschutz-Hundeverordnung kann es nicht angehen, dass ein bislang vernünftiges Hundegesetz zum Nachteil der großen Mehrheit der verantwortungsbewussten Hundehalter und ihrer Tiere verschärft wird.

Die Hunde-Lobby plädiert seit Jahren für sachkundige Hundehalter, die am besten bereits vor Anschaffung eines Hundes ihre Sachkunde nachweisen. Unfälle mit Hunden passieren zwar auch durch “kriminelle" Hundehalter, die ihren Hund als “Waffe" missbrauchen. Diese wird man jedoch mit Gesetzen nicht erreichen. Die meisten Unfälle sind dagegen der fehlenden Sachkunde der Halter zuzuschreiben, die aus Unkenntnis bereits Fehler bei der Anschaffung und später bei der Erziehung, Ausbildung und Haltung des Hundes machen.

Hier sollte die Politik ansetzen, wenn es ihr tatsächlich ernst damit ist, zukünftige Unfälle mit Hunden zu vermeiden. Als Anreiz für die Ableistung eines sog. Hundeführerscheins wurden in der Vergangenheit immer wieder Vergünstigungen bei der Hundesteuer diskutiert. Auch das wäre ein aktiver Beitrag zu mehr Sicherheit.

Wie die Studie der Uni Göttingen “Ökonomische Gesamtbetrachtung der Hundehaltung in Deutschland" vom Januar 2006 belegt, wird in rund 13 Prozent der Haushalte ein Hund gehalten. Im Zeitraum von 1968 bis 2005 (also über einen Zeitraum von 38 Jahren) gab es 58 tödliche Hundebisse in Deutschland, d.h. im Durchschnitt 1,53 tödliche Zwischenfälle mit Menschen pro Jahr. Erfasst man sämtliche gemeldeten Zwischenfälle mit Hunden (ein Mensch wird durch einen Hund verletzt oder ein anderer Hund wird durch einen Hund verletzt), so kommt man laut Deutschem Städtetag auf ca. 30.000 Zwischenfälle im Jahr, so dass man lediglich ca. 0,6 Prozent der Hunde als potenziell gefährlich einstufen müsste. Dabei dominieren allerdings in den Fällen mittlerer oder schwerer Verletzungen bzw. Tötungen die Zwischenfälle zwischen Hund und Hund. Bei den Verletzungen von Menschen gibt es viele leichte Verletzungen, die vermutlich vor allem wegen des Versicherungsanspruchs gemeldet werden.

Die Zahlen veranschaulichen recht deutlich, dass das derzeit gültige NHundG adäquat auf die tatsächliche Gefährdung durch Hunde eingeht und eigentlich keiner Änderung bedarf.

Gleichzeitig belegt die Studie, dass die Hundehaltung in Deutschland einen jährlichen Umsatz von ca. 5 Milliarden Euro bewirkt. Ausgaben, die im direkten oder indirekten Zusammenhang mit der Hundehaltung stehen, haben einen Anteil von 0,22 Prozent am deutschen Brutto-Inlands-Produkt (entspricht einem Fünftel des Beitrags der deutschen Landwirtschaft). Mit der Hundehalterung sind rund 100.000 Arbeitsplätze verbunden und 50 bis 60 Hunde finanzieren einen Arbeitsplatz. Die Studie hat auch ergeben, dass Hundehalter um 30 Prozent weniger ins Ausland reisen, was nicht zuletzt auch den Feriengebieten in Niedersachsen zugute kommt. Von einer Verschärfung des NHundG dürfte zudem auch VW betroffen sein, denn wie die Studie zeigt, kaufen mehr als ein Drittel der Hundehalter Kombis oder andere größere Autos. Nicht zuletzt verbessern Hunde die Gesundheit ihrer Halter und reduzieren damit die gesamtwirtschaftlichen Gesundheitskosten um ca. 0,875 Prozent (d.h. um mehr als 2 Mrd. Euro). In wirtschaftlich angespannten Zeiten sollten sich die politisch Verantwortlichen daher auch fragen, ob sie es sich leisten können, durch populistische Maßnahmen den Wirtschaftsfaktor Hund zu gefährden.

Am 2. August 2009, 12.30 Uhr, treffen sich Hundehalter in Hannover (Bahnhofstraße, vor Galeria Kauhof), um gegen eine Verschärfung des NHundG und für ein friedliches Zusammenleben von Menschen mit und ohne Hund zu demonstrieren.

Hunde- Lobby e.V.

www.hundelobby-seevetal.de/

www.tierische-engel.de

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Renate Fischer · Am Osterwohl 10 · 31848 Nienstedt · Telefon: 0 50 42/98 23 68  ·  Stand: Mai 2010